über 100 Jahre

von 1888 bis heute

Heute

  • Heute

    Ende offen – unsere bewegte Geschichte wird jeden Tag weiter geschrieben.

    Manchmal auch von anderen – wie hier die ABENDSCHAU des RBB vom 11. März 2019.

  • 2000 - 2003 – Die vierte Generation

    Sascha Gresitza wird 2003 neuer Puhlmann-Chef. Der Ur-Ur-Enkel von Gottfried Puhlmann ist Bauingenieur und tritt sein Erbe voller Stolz und Tatendrang an. 2005 wird er Geschäftsführer der neu gegründeten Firma Gottfried Puhlmann Holding GmbH & Co.KG.

    Baronin von Hoyningen Huene, Tochter von Richard Hansmann, ist seit dem Jahr 2000 wieder im Unternehmen und als Prokuristin der Holding tätig.

    Man merkt: Familie wird bei Puhlmann großgeschrieben. Beruf und Familie zu vereinbaren ist wichtig, da ist das Unternehmen wirklich flexibel.

    Und wie steht es um die fünfte Puhlmann-Generation? Sascha Gresitza ist Vater von 3 Kindern (4, 12 und 12 Jahre), Baronin von Hoyningen Huene ist Mutter von 2 erwachsenen Kindern (die – leider – in Kanada wohnen). Vielleicht fühlt sich ja eines der Kinder berufen, später das Puhlmann’sche Erbe anzutreten …

  • Seit 1996 – Berlin

    Die Berliner Stammfirma wird zur Konsolidierung in drei unabhängige Firmen aufgesplittet: die Gottfried Puhlmann Berlin, die Gottfried Puhlmann Havelländische Bauunternehmung und die GEPE Steinstraßenbau GmbH & Co. KG. Die Firma Puhlmann hat sich noch aus jeder Krise wiederaufgerichtet: Als die GEPE Steinstraßenbau ins Straucheln kommt, kann sie sich durch eigene Kraft wieder konsolidieren – die Insolvenz in Eigenverwaltung gelingt.
  • 1989-2006 – Standorte kommen, Standorte gehen II

    Nach der Wiedervereinigung geht es rasant zu. Zahlreiche Gründungen und Übernahmen (z.B. Greifswald, Wuppertal, Bernau und ein Ost-Westberliner Joint-Venture) bezeugen den (kleinen) Bauboom. Einige Standorte melden kurze Zeit später Konkurs an oder schließen wieder.
  • 1988 – 100 Jahre Puhlmann

    Ausgelassene Stimmung: Die 5 Puhlmann-Firmen feiern 100-Jähriges. Alle 421 Puhlmänner und -frauen bekommen einen hundert Euro-Schein in die Hand gedrückt. Sie bedauern, dass die Firma nicht schon 1000 Jahre zählt.
  • 1986 – Husum

    Neuer Standort in Schleswig-Holstein. Puhlmann übernimmt den Tief- und Wasserbaubereich der in Konkurs geratenen, traditionsreichen Baufirma Paul I. Peters in Husum. Noch heute ist der Schwerpunkt dieses Puhlmann-Sitzes der Wasserbau.
  • 1973-1984 – Die Baukrise

    Ab 1973 steigen die ersten dunkleren Wölkchen am Baukonjunkturhimmel auf. Die Zeiten des reichlich fließenden Betons sind vorbei. Der Markt wird enger. Verluste werden eingefahren.

  • 1971/72 – Standorte kommen, Standorte gehen

    1971 übernimmt Puhlmann eine kleine Pflasterfirma in München (Gottfried Puhlmann München). Die ostdeutsche Puhlmann-Firma in Arnstadt wird 1972 enteignet und geht im kommunalen Reparaturbetrieb für Straßen- und Versorgungsleitungen auf.
  • 1970 – Die dritte Generation

    Nach dem Tode Richard Hansmanns führt nun sein Sohn Dieter Hansmann die Firma.

  • 1952 – Wirtschaftswunder

    Goldene Zeiten brechen an. Der Umsatz der drei (westdeutschen) Puhlmannfirmen in Berlin, Marne und Freiburg verzehnfacht sich.

  • 1948/1949 – Neugründungen

    1948 wird aus den Resten der Puhlmann-Baustellen in Mitteldeutschland eine neue Firma gegründet: „Gottfried Puhlmann in Arnstadt“. Im Frühjahr 1949 nimmt die „Gottfried Puhlmann, Allgemeine Bauunternehmung in Marne/Holstein“ ihren Betrieb auf. Die „Südwestdeutsche Baugesellschaft“ wird 1951 in Freiburg gegründet.
  • 1946-1948 – Nachkriegswirren

    Wegen seines Eintritts in die NSDAP 1933 erhält Richard Hansmann Berufsverbot – auch wenn er im Laufe des Krieges vielen Menschen geholfen hatte: er reklamierte Juden und Gewerkschafter als unabkömmlich und beschäftigte sie in der Firma, behandelte Fremdarbeiter gut, trug nie das Parteiabzeichen und erhielt auch keine Orden von der Partei.
    1948 wurde die Firma wieder an Richard Hansmann zurückgegeben. Die Amerikaner beauftragten ihn mit der Verlängerung der Start- und Landebahnen des Flughafens Tempelhof. Doch nach dem zweiten Weltkrieg herrscht Materialmangel, insbesondere in Berlin. Die Zeit ist entbehrungsreich, unternehmerische Initiative ist gefragt. Wo sollte man das Material für den Unterbau der Landebahnen hernehmen? Richard Hansmann hatte eine gute Idee. Er verwendete den Gleisschotter der durch die Russen demontierten Reichsbahngleise … Das Geschäft nahm wieder Schwung auf.
  • 1933-1945 – Nationalsozialismus und der zweite Weltkrieg

    Gleich nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten wird die Firma Puhlmann wegen der Zusammenarbeit mit Juden für öffentliche Aufträge gesperrt. Das hätte das Ende des Unternehmens bedeutet. Der Ausweg: Einer der beiden Inhaber, Richard Hansmann, tritt in die Partei ein. Die Firma erhält nun wieder Aufträge und baut Straßen, Flugplätze, die Steilkurven des Berliner Rings und die AVUS-Nordkurve. Eine weitere Spezialität von Puhlmann: Parkplätze, Ein- und Ausfahrten und niveaufreie Kreuzungen der Reichsautobahn. Die Umsätze steigen auf 4 Millionen RM allein im Jahr 1935. Der Maschinenpark wächst, die Mitarbeiterzahl ebenso.

    Zwischen 1943 und 1945 beschäftigt die Firma 6000 Mann, darunter viele Fremdarbeiter, überwiegend aus Tschechien. Auch wenn es von den Nationalsozialisten nicht erwünscht war, so ging man bei Puhlmann mit den Fremdarbeitern genauso um wie mit den eigenen Leuten. Das wirkte sich 1945 lebensrettend aus. Als beim Einmarsch der Alliierten viele Unternehmer von ihren Fremdarbeitern umgebracht wurden, stellten sich die Puhlmann´schen Fremdarbeiter ausdrücklich vor Richard Hansmann und sorgten so für eine vergleichsweise freundliche Behandlung durch die einrückenden Russen.

  • 1938 – 50 Jahre Puhlmann

    Die Firma feiert großes Firmenjubiläum im Jahr 1938. Viele Ehrungen werden dem Gründer Gottfried Puhlmann zuteil, etwa die Ernennung zum Ehrenmeister der Steinsetzer-, Pflasterer- und Straßenbauer-Innung Berlin. Leider erlebt er diesen besonderen Tag nicht mehr, er stirbt kurz zuvor, nur einem Monat nach seinem 75 Geburtstag. Alleiniger Firmeninhaber ist nun Richard Hansmann.

  • 1914-1932 – Dauerkrise und Generationenwechsel

    Die Firma steckt seit Beginn des 1. Weltkrieges im Dauertief. Krieg und die nachfolgende Inflation setzen der Firma zu. Es gibt keine Arbeit, Mitarbeiter müssen entlassen werden, ein ständiges Auf und Ab beginnt. Ein Generationenwechsel kündigt sich – langsam – an: Richard Hansmann heiratet 1922 in die Familie ein. Die Hochzeitsgeschenke: Ein Posten in der Führungsspitze der Firma und ein großer Wäschekorb voller Papier-Geldnoten. Letzterer ist durch die Geldentwertung leider nicht mehr viel wert.
  • 1910 – Sichtbare Spuren in der Stadt

    Das Markenzeichen der Firma ist das Kopfsteinpflaster. Fast konkurrenzlos prägt es das Stadtbild in einem Umkreis von 5 bis 10 Kilometern um den Firmenstandort herum – auch heute noch. Weitere Leistungen: Chaussierungen, Kabel- und Formstückverlegung für die Reichspost und andere Versorgungsbetriebe. Bereits 22 Steinsetzer arbeiten für Puhlmann. Der Umsatz liegt bei 90.000 Goldmark.
  • 23. März 1888 – Firmengründung in Berlin-Zehlendorf

    Die Puhlmann’schen Steinsetzer nehmen ihre Arbeit auf. Genau zur richtigen Zeit. Nach dem gewonnen deutsch-französischen Krieg liegt das Geld buchstäblich auf der Straße: Die Stadt expandiert, neue Gehwege und Hauptstraßen wollen gebaut werden. Puhlmann ist zur Stelle.

Firmengründung 1888