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3. Vierteljahrhundert: 1939 bis 1964

Untergang und Wiederaufstieg

Im Dritten Reich wird viel gebaut wie etwa die Steilkurve der Reichsautobahn am Brandenburger Dreieck. Der letzte Akt des Krieges beginnt am 9. Februar 1945. Die Russen stehen kurz vor der Oder. Nach Kriegsende ist von der Firma Gottfried Puhlmann nicht mehr viel übrig. Die ersten 20 Puhlmänner beginnen mit der Beseitigung von Kriegsschäden an Versorgungsleitungen und mit den Aufräumungsarbeiten auf den Straßen. Große Helden sind die Trümmerfrauen.

Die erste Phase der Nachkriegszeit endet schlagartig im Jahre 1948. Der Bildung eines westdeutschen Teilstaates, der späteren Bundesrepublik, folgt die Bildung des mitteldeutschen Teilstaates, der späteren DDR. Die Blockade der Westsektoren Berlins wird von den drei Westalliierten mit der Luftbrücke beantwortet. Unternehmerische Initiative ist wieder gefragt. Wo soll, z. B. in der eingeschlossenen Stadt, das Material für den Unterbau der Landebahnen in Tempelhof und Tegel herkommen? Durch Richard Hansmanns Idee rollt das Geschäft wieder. Tonnenweise wird der Schotter, der als Gleisunterbau ausgedient hat, zur nächsten Brücke gefahren, auf LKWs gekippt und nach Tempelhof und Tegel gefahren.

Der Krieg wirft auch 1948 noch lange Schatten. Eine ganz schwere Hypothek sind Bankschulden in Millionenhöhe, die bis Ende der fünfziger Jahre den Banken zurückgezahlt werden müssen.

Um den Steinsetzer-Nachwuchs zu sichern und der Familientradition treu zu bleiben, lernt Dieter 1949, 12 Jahre alt, das Steinsetzhandwerk.

1948 wird aus den Resten der Baustellen in Mitteldeutschland eine neue Firma Gottfried Puhlmann in Arnstadt gegründet. Geschäftsführer ist unter anderem Rolf Gresitza, Sohn der ältesten Puhlmann-Tochter Friedel.

Größtes Handicap ist der ständige Mangel an Ersatzteilen, sodass abenteuerliche Versuche unternommen werden müssen, das Nötigste aus Westberlin einzuführen. Der Trend zur Enteignung privater Firmen verstärkt sich nach dem Mauerbau 1961 unerträglich.
Richard Hansmann will auch in Westdeutschland eine Firma gründen und hat tatsächlich im Jahre 1948 endlich Erfolg, denn er erhält eine Gewerbeerlaubnis zum Betreiben eines Tiefbauunternehmens in der Stadt Marne. Im Frühjahr 1949 beginnt die "Gottfried Puhlmann, Allgemeine Bauunternehmung in Marne/Holstein" ihre Arbeit.

Weiterhin wird 1951 in Freiburg eine neue Firma "Südwestdeutsche Baugesellschaft" gegründet.

1952 erlebt man das Wirtschaftswunder. Der Umsatz der drei Puhlmann-Firmen in Berlin, Marne und Freiburg verzehnfacht sich.

Am 17. Dezember 1951 stirbt Dieters Mutter Johanna mit 51 Jahren an Krebs. Am 23. Juli 1952 heiratet Richard seine zweite Ehefrau Brigitte Grohmann.

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